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Der Wein

Unter allen Qualitätserzeugnissen der Provinz Alessandria verdient der Weinbau mit Gewißheit eine besondere Anerkennung. Der Wein ist hinsichtlich der Qualität des Bodens, der ihn hervorbringt, hinsichtlich der historischen Tradition, die ihn über die Jahrhunderte begleitet, und hinsichtlich der von vielen Weinbauern erreichten Hingabe und Qualifizierung eines der repräsentativsten Produkte dieses Territoriums, Durch die Weinberge zu streifen, ist eine der interessantesten, sich am stärksten unterscheidenden und angenehmsten Touren, die das Territorium bietet. Die Männer und Frauen des Weines, die Weinkeller und die Produkte kennenzulernen ist eine Möglichkeit, um sich intensiver mit der Suche nach verborgenen und wertvollen Winkeln allen Gebieten der Provinz zu beschäftigen. Um die Welt des Weines sind Veranstaltungen und Feierlichkeiten entstanden, die antike Traditionen wiederbeleben und die konstante und leidenschaftliche Tätigkeit Jahr für Jahr im Weinberg und Keller prämieren. Im System Alessia wird jedes traditionelle Menü durch eine Auswahl von Weinen des Territoriums begleitet, um die Vollständigkeit des önogastronomischen Angebots zu unterstreichen.

Wir wünschen allen unseren Gästen eine angenehme Verkostung.

 

DIE AUTOCHTONEN WEINBERGE DER PROVINZ ALESSANDRIA

 

BARBERA

Gemäß der Tradition entsteht der Barbera im Monferrato als “spontane Frucht”. Monferrato: aus diesem Weinstock besteht, außer einer Nennung in einem Dokument aus dem 17. Jahrhundert, keinerlei historischer Bezug. Trotzdem ist der aus seinen Trauben erzeugte Wein ohne Zweifel das, was den Boden und die Bevölkerung des Monferrato am besten verkörpert: rustikal, verschlossen, schweigsam, stark. Reich an Körper, Säuregehalt und Tannin, jung angenehm prickelnd, ist es ein Wein mit guter Alterung: seine intensiv rubinrote Färbung, verwandelt sich mit den Jahren in Granatrot, wie auch sein Geschmack und Duft, die besonders intensiv, weinig und fruchtig sind, sich angenehm vermildern und harmonisieren. Der Barbera ist außerdem ein robuster Wein für eine Küche, die das gleiche Attribut verdient: er paßt hervorragend zu rotem Fleisch, schmalen Tajarin-Bandnudeln, Schmorbraten, Gegrilltem und anderen Arten der Gerichte des Monferrato. Aus den Trauben des Barbera werden in der Provinz Alessandria sechs Weinsorten hergestellt:

Barbera del Monferrato (D.O.C.)

Colli Tortonesi Barbera (D.O.C.)

Barbera d’Asti (D.O.C.)

Piemonte Barbera (D.O.C.)

Gabiano (D.O.C.)

Rubino di Cantavenna (D.O.C.)

 

DOLCETTO

Die erste Erwähnung des Anbaus dieses äußerst typischen Weinstocks im Gebiet des Piemont geht auf das Jahr 1593 zurück; seit jeher gedeiht er in einem Großteil des Territoriums der Provinz Alessandria und zeigt die besten Ergebnisse in den Gebieten von Acqui und Ovada. In dem aus diesem Weinstock erzeugten Wein erinnert nichts an den angenehmen und intensiv süßen Geschmack der Trauben, aus denen er hergestellt wurde, als der Name: Dolcetto. Von rubinroter Farbe mit violetten Reflexen, zum Teil sehr intensiv und mit einem starken und fruchtigen Duft, ist der Dolcetto ein hervorragender trockener Wein: es sind gerade der mandelartige Geschmack und ein angenehm bitterer Nachgeschmack, der ihn für alle Arten von Gerichten und für das gesamte Menü geeignet machen, auch wenn die önogastronomische Kombination perfekt mit weißem Fleisch und schmackhaften Nudel- und Reisgerichten zu Stande kommt, wie einem Risotto mit Pilzen oder Trüffeln. Vier Weine werden in der Provinz Alessandria aus den Trauben des Dolcetto hergestellt:

Dolcetto d’Acqui (D.O.C.)

Dolcetto d’Ovada (D.O.C.)

Monferrato Dolcetto (D.O.C.)

Colli Tortonesi Dolcetto (D.O.C.)

 

GRIGNOLINO

Der “Barbesino”, wie er einst in vergangener Zeit genannt wurde, ist ein Weinstock mit Ursprung im Gebiet von Casale: die erste Erwähnung seines Anbaus findet sich in Dokumenten aus dem 18. Jahrhundert im Kapitulararchiv des Doms von Casale Monferrato, in denen er as “bonis plantis” bezeichnet wird. Eigentlich ist der Grignolino-Wein mit einer hellen rubinroten Färbung, einem zarten und wenig intensiven, leicht an Kräuter erinnernden Duft und entsprechend tanningeprägtem bitterlichen und lebhaften Geschmack, für seinen anarchischen Charakter berühmt, der von Jahrgang zu Jahrgang derart unveränderlich ist, um ihn zu verurteilen, zu suchen, zu loben, zu lieben, zu verteidigen und zu häufig unverstanden zu lassen. Als ein mit Gewißheit nicht leichter Wein, der sich jedoch im 19. Jahrhundert die Gunst des Königs und des savoyischen Adels errang, besitzt er nur schwer in anderen Rotweinen auffindbare Vorteile, d.h. vor allem hinsichtlich der önogastronomischen Kombinationsmöglichkeiten: außer den Geschmack von fetten Speisen hervorzuheben ist er so in der Lage, raffiniert Fischgerichte zu begleiten, und erweist sich äußerst angenehm im Sommer, wenn er frisch mit Kellertemperatur genossen wird. In der Provinz Alessandria werden zwei Weine aus den Trauben des Grignolino gewonnen:

Grignolino del Monferrato Casalese (D.O.C.)

Piemonte Grignolino (D.O.C.)

 

CORTESE

Die erste historische Erwähnung des Cortese (im Dialekt weiblich “Courteisa”), des traditionellen Weißweinstocks aus dem Piemont, geht auf das Jahr 1630 zurück und bezieht sich auf das Gebiet von Montaldeo. Seit vergangenen Zeiten haben die Trauben des Cortese ihre ideale Umgebung in der Provinz Alessandria gefunden, d.h im Besonderen im Gebiet von Tortona, Acqui sowie Novi Ligure (Gavi kann zu gutem Recht als Heimat dieses Weinstocks betrachtet werden). Die aus dem Weinstock des Cortese gewonnene Wein besitzt einen trockenen, frischen, leicht mandelartigen Geschmack sowie einen zarten, leichten, anhaltenden Duft mit richtigem, unveränderlichen Säuregehalt: diese Eigenschaften machen ihn unübertrefflich zu Fisch, hellem Fleisch, Nudel- und Gemüsegerichten, Suppen, Käse, dem Focaccia-Pizzabrot aus Novi, den Vorspeisen sowie als Aperitif. Aus dem Weinstock Cortese entstehen fünf Weine, von denen vier ausschließlich in der Provinz Alessandria hergestellt werden:

Gavi oder Cortese di Gavi (D.O.C.G.)

Colli Tortonesi Cortese (D.O.C.)

Cortese dell’Alto Monferrato (D.O.C.)

Monferrato Casalese Cortese (D.O.C.)

Piemonte Cortese (D.O.C.)

 

MOSCATO

Der Moscato ist eine der ältesten angebauten Weinsorten: aus Kleinasien stammend wurde er im gesamten Mittelmeerbecken durch griechische und phönizische Seefahrer verbreitet. Die Trauben des Moscato, die als Apiciae da Catone, Apianae da Columella und Plinio bezeichnet wurden, da sie auf Grund ihres süßen Duftes von den Bienen bevorzugt wurden, bringen einen auf der Welt einzigartigen Wein hervor, der im Piemonte seine Wahlheimat im Monferrato gefunden hat, d.h. im Besonderen im Gebiet von Acqui. Spielerisch, mit der richtigen Süße, einem von allen ertragbaren Alkoholgehalt, einem moosartigen Geschmack und Aroma ist es ein Wein für Erfrischungen und Dessert: wenn die Kombination mit den klassischen Süßspeisen aus piemontesischer Tradition (Panna Cotta, Mürbeteigkuchen mit Obst, Gebäck auf Basis von Ricotta) und Wurstwaren perfekt erscheint, ist die von einigen Köchen vorgeschlagene Verbindung mit Austern provokatorisch aber zugleich faszinierend. Vier Weine werden in der Provinz Alessandria aus den Trauben des Moscato Bianco hergestellt:

Asti oder Asti Spumante (D.O.C.G.)

Moscato d’Asti (D.O.C.G.)

Piemonte Moscato Passito (D.O.C.)

Piemonte Moscato (D.O.C.)

 

BRACHETTO

Dabei handelt es sich um einen Weinstock mit schwarzen Beeren, der von sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts reden machte, auch wenn er mit Sicherheit in den Gebieten von Asti und Alessandria von antiker Abstammung ist. Der Brachetto gehört so zu den Traubenarten mit aromatischem Geschmack, die sich im Piemont ab dem 15. Jahrhundert n.Chr. verbreiteten, um süße und likörartige Weine zu erzeugen, die auf den raffinierten Tafeln vor allem gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts beliebt waren. Süß und weich besitzt der Brachetto-Wein eine helle rubinrote, manchmal rosèartige Färbung und einen moosartigen Duft, in den sich zwischen einer Spur von reifen Früchten, schmeichelnde und intensive Noten von bulgarischer Rose und Veilchen mischen, die die Liebhaber eines Weins mit zartem Aroma erobern. Auf Grund seiner Eigenschaften ist es ein Wein der jung genossen werden sollte, wenn er den gesamten Duft der Trauben ausströmt: jede Variante des Brachetto paßt hervorragend zu trockenem Obst oder Früchten mit geringem Säuregehalt, d.h. besonders zu Pfirsichen und Erdbeeren, zu Wurstwaren und dem trockenen Gebäck aus dem Piemont. In seiner Variante als Schaumwein wird er manchmal als Aperitif angeboten. In der Provinz Alessandria werden zwei Weine aus den Trauben des Brachetto hergestellt:

Brachetto d’Acqui oder Acqui (D.O.C.G.)

Piemonte Brachetto (D.O.C.)

 

TIMORASSO

Rebe: sehr seltene, einheimische Rebsorte, die auf den Hügeln angebaut werden, die zu den Tälern Curone, Grue, Ossona, Borbera und Lemme führen. 100% Timorasso.